- Gemeinde Nossendorf

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Geschichte der Gemeinde Nossendorf

Die Gemeinde war lange Zeit nicht so zusammen wie wir sie heute kennen.
Während der Schwedenzeit nach dem Dreißigjährigen Krieg, gehörte die Gemeinde bis auf Medrow zum Patronat Demmin. Medrow indes wurde von Nehringen verwaltet. 1815 war die Gemeinde preußisch und gehörte dem Regierungsbezirk Stralsund an.

Nachdem per Gesetz die Gutsgemeinden aufgelöst wurden, entstand am 27.12.1927 die Gemeinde Nossendorf, wie wir sie heute kennen. Im Jahr 1950 lebten in der Gemeinde 1.828 Menschen, wovon 273 Bauern waren. Bis 1952 gehörte die Gemeinde zum Kreis Grimmen. Nach der Kreisgebietsreform war der Demminer Kreis für die Gemeinde zuständig. Im gleichen Jahr wurde in der Gemeinde die erste LPG im Kreis Demmin gegründet. Eine weitere Kreisgebietsreform im Jahr 2009 führte zur Zugehörigkeit des Landkreises Seenplatte Mecklenburg-Vorpommern. Nossendorf ist seitdem die am nördlichst gelegene Gemeinde des neu gebildeten Landkreises.

Eine Schule, die den Schulbetrieb der gesamten Gemeinde regelte, wurde 1970 neu eröffnet und schloss 2005 wieder. Im Oktober 1994 wurde die Sporthalle fertiggestellt.



Annenhof

1772 berichtete der Demminer Stadtchronist Carl Stolle von einem kleinen Wendland, dass er als „Strich Acker hinter Volksdorf an der Trebel" beschreibt. Bis dahin galt Annenhof als ein Vorwerk des Volksdorfer Gutes.

Erst 1933 wurde Annenhof offiziell ergründet. Somit ist es das jüngst Dorf unserer Gemeinde. In den nächsten zwei Jahren entstanden hier 24 Häuser, in denen Menschen aus der Umgebung, Mecklenburg, dem Rheinland, Bremen, Ostpreußen und Hessen siedelten.

Um den Namen des Ortes ranken sich zwei Geschichten. Die eine berichtet davon, dass die Volksdorfer Bewohner ein Haus ihres ehemaligen Vorwerks als „ander Hof" bezeichneten. Davon leitet sich der Name Annenhof ab. Eine andere Geschichte besagt, dass das Gut nach der damaligen Gutsherrin Anna-Dorothea von Thun benannt wurde.



Medrow

„Villam Mederow" hieß die frühere slawische Burg, die erstmals 1242 urkundlich erwähnt wurde und den Namen unseres Ortes begründet. Im 13. und 14. Jahrhundert wurde das Dorf zum Rittersitz. Es gehört seit 1683 zum Pfarramt Glewitz und ist somit das einzige Dorf in der Gemeinde, welches nicht der Pfarre zu Wotenick angehört.

Als das Dorf zwischen 1648 und 1815 zu Schwedisch-Pommern gehörte, wurde Jacob von Pfuhl mit Medrow belehnt. Somit gehörte das Dorf zum Patronat Nehringen. Der Folgebesitzer Graf Meyerfeld errichtete Industriezweige, wie die Glashütte. Als im Jahr 1755 die Familie Hagenow das Gut übernahm, wurden neue Wirtschaftsgebäude errichtet. Dies entstand vor allem durch den zweiten Sohn Wilhelm von Hagenow, der 1828 das Gut von seinem Bruder Friedrich von Hagenow übernahm. 1840 ließ Wilhelm von Hagenow das Schloss in Medrow erbauen. Die Familie von Witzleben war bis zur Flucht 1945 die letzte Gutsbesitzerfamilie in Medrow.



Nossendorf

Als ein Demminer Werderdorf wurde Nossendorf 1292 erstmals urkundlich erwähnt. Im 13. Jahrhundert wurde die Marienkirche errichtet. Nossendorf  war lange Zeit eine eigene Pfarrgemeinde. 1583 wurde es mit der Pfarre zu Wotenick vereinigt und ist bis heute Tochterkirche, während Wotenick Mutterkirche blieb. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618 – 1648) wurde das alte Bauerngut zum Kämmereigut unter der Verwaltung der Stadt Demmin zusammengelegt. 167 Jahren von 1648 – 1815 unter der schwedischen Krone gehörte Nossendorf zum Patronat Demmin.

Mitte des 19. Jahrhunderts gab es neben dem Kämmerei- und dem Kirchengut, nur zwei Privatgüter im Dorf. 1894 gründete der damalige Gutsbesitzer Weichelt die Freiwillige Feuerwehr. Am 20. März des gleichen Jahres errichtete er die Genossenschaftsmolkerei.

Nach der Auflösung der Gutsbezirke entstand 1927 die Gemeinde Nossendorf mit Nossendorf als Gemeindezentrum. Am 18.September 1951 begann der Bau des Kulturhauses. Im Jahr 1953 wurde im Ort die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft „LPG 7. Oktober" durch 12 Mitglieder gegründet.

Im Jahr 2012 wurde der Glockenstuhl der Kirche neu errichtet.




Toitz

Der Ort wurde erstmalig am 14.08.1292 im Pommerschen Urkundenbuch erwähnt. In der Demminer Stadtchronik von Carl Stolle wurden auch die Schreibweisen „Thoze" und „Totz" genutzt.
Im 14. Jahrhundert errichteten Darguner Mönche die Martinskapelle. Seit dem 16. Jahrhundert war Toitz Gutsdorf und freies Bauerndorf.

1838 erbaute die Gutsbesitzerfamilie Wendorff ein neues Gutshaus. Dies belegt eine Giebelinschrift des Backsteinhauses von 1839. 1907 erlangte ein Erbe Wendorffs, welcher als Landesgerichtspräsident tätig war, im Besitz des Gutes. Zwei Industrielle aus Berlin kauften zehn Jahre später das Gut auf. Nach deren Konkursanmeldung in der Wirtschaftskrise am 14.05.1930 wurde das Gut zwangsversteigert. Von da an war der Demminer Kaufmann Klänhammer Besitzer von weiteren 427,19 ha Land.

Die Bodenreform von 1945 teilte 1642,17 ha Land auf 171 ehemalige Landarbeiter und landlose Bauern aus der Gemeinde auf. „LPG ‚Max-Reimann‘ Typ II" wurde die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im Kreis Demmin. Sie wurde am 18.09.1952 in Toitz gegründet.



Volksdorf

Volksdorfs erstmalige Erwähnung fand am 14.08 1292 unter den Namen Wolquardiisdorp im Pommerschen Urkundenbuch statt. In dieser Zeit wurde das Dorf von Bogislaw IV. der Stadt Demmin zugeteilt. Der 30-jährige Krieg brachte die völlige Zerstörung des Dorfes. Nach stärken Abwanderungen wurde das Demminer Stadtgut Volksdorf 1710 an Friedrich Julius von Hoben aus Beestland verkauft. 1824 ging Volksdorf durch Erbgang an Anna Dorothea von Thun, verehelichte Mecklenburg als alleiniges Eigentum über. Das Mausoleum der Familie von Thun-Mecklenburg steht noch heute mit dem Familienwappen, der zwei Ochsenköpfe, die von zwei sich erhebenden Löwen flankiert sind, in Volksdorf.

Ernst Bauckmeyer ließ 1909 das Gutshaus errichten. Er lebte darin als Gutspächter und -verwalter. Bedingt durch die Wirtschaftskrise wurde das Gut, dem auch das Vorwerk Annenhof angehörte, 1928 an Curt Flemming aus Magdeburg zwangsversteigert. 1934 löste sich Annenhof als eigenständiges Dorf, durch die Aufsiedlung durch die Siedlungsgesellschaft heraus.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Gutsbesitzer Flemming enteignet. Hier wurden ab 1959 die  Lehrlinge der 1953 gegründeten „LPG 1. Mai" untergebracht. 1960 traten auch die letzten zwölf Einzelbauern in die LPG ein. Es entstanden vier Schweine-, ein Schaf-, sowie im Folgejahr zwei Hühnerställe. Die Geflügelzucht wurde allerdings elf Jahre später, nach der Herausbildung der Pflanzenproduktion, eingestellt. Zusammen mit der Nossendorfer LPG „7. Oktober" entstand 1975 eine größere LPG für Tierproduktion.

Bis zur Errichtung der Gemeindeschule in Nossendorf 1970, wurden Kinder aus Annenhof und Volksdorf in der Schule Volksdorf unterrichtet. Heute wird das Gebäude als Eigenheim bewohnt. Das Gutshaus ist heute wieder in Besitz der Familie Flemming.


 
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